Gesundheitskritische Werte bei zwei Verbindungen überschritten

Diese Zahlen sind erschreckend: Fast alle Kinder und Jugendlichen haben Inhaltsstoffe von Plastik in sich, hauptsächlich Weichmacher. Das zeigt eine Studie des Umweltbundesamtes und des Robert-Koch-Instituts mit 2.500 Teilnehmern. Für einen Teil der untersuchten Stoffe existieren keine gesundheitskritischen Grenzwerte – und bei denen, für die es welche gibt, wurden diese bei zwei Verbindungen überschritten.

Wir essen und atmen Plastik

Für die Studie wurden Urinproben von Kindern zwischen drei und 17 Jahren ausgewertet. Dabei wurden in fast allen Proben Rückstände von Plastikinhaltsstoffen gefunden, vor allem von Weichmachern. „Unsere Studie zeigt eindeutig, dass Plastikinhaltsstoffe mit steigender Produktion auch vermehrt im Körper auftreten“, zitiert der „Spiegel“ Marike Kolossa-Gehring, eine der Autorinnen der Studie und Toxikologin beim Umweltbundesamt. „Dabei ist wirklich besorgniserregend, dass die jüngsten Kinder als die sensibelste Gruppe am stärksten betroffen sind.“

Plastik kann über die Nahrung, Trinkwasser, Feinstaub in der Atemluft, Kosmetik-Artikel und  Microfasern aus Textilien in unseren Körper gelangen. Nach Angaben australischer Forscher nehmen Menschen Tag für Tag Mikroplastik zu sich. Bis zu fünf Gramm der winzigen Teilchen gelangen so pro Woche in den Körper. Das ist in etwa so viel, wie eine Kreditkarte wiegt.

Das können wir ändern

Vermeiden lässt sich die Belastung  mit Microplastik durch gute Wasserfilter, Glasflaschen, Bio-Ernährung, Naturtextilien und ökologischen Körperpflegeprodukten. Für Kinder eignen sich Spielzeug aus Holz und Naturmaterialien. Und zu guter Letzt: Je weniger Plastik wir im Haushalt benutzen, um so weniger gelangt davon ins Meer.